Neue Veröffentlichungen

Im Dezember 2018 sind zwei von mir mitherausgegebene Themenausgaben von online-Zeitschriften erschienen, eine Ausgabe der didaktischen Zeitschrift für interkulturellen Fremdsprachenunterricht (ZiF) zum Thema „Raum und Fremdsprachenunterricht“ (in deutscher Sprache) und eine Ausgabe der kulturwissenschaftlichen Zeitschrift on_culture zum Thema Surveillance Cultures (in englischer Sprache). Und im Mai 2019 erscheint ein Band zu Deutsch als Zweitsprache im mehrsprachigen Kontext, in dem ich ein Kapitel zur sprachlichen Bildung im 21. Jahrhundert mitverfasst habe.

Raum und Fremdsprachenunterricht

Die Bedeutung von Raumwahrnehmungen, der Orientierungen im Raum und der Semiotik des Raumverstehens für die sprachliche Kommunikation sowie für das Verstehen und Interagieren in und mit fremdsprachigen Räumen steht im umgekehrten Verhältnis zu der Beachtung, die die Kategorie des Raums bisher in der Fremdsprachendidaktik und für die Konzeptualisierung des Sprachenlernens gefunden hat. Im Grunde ist hier eine riesige Nachholarbeit zu leisten, gehört doch ‚Raum‘ neben der Zeit zu den anthropologischen Grundkonstanten des menschlichen Wahrnehmens und Verstehens.

Die Themen-Ausgabe der ZiF zu Raum und Fremdsprachenunterricht“ möchte hier ein wenig Abhilfe zu schaffen. Außer den grundsätzlichen Überlegungen in der Einleitung (verfasst von den Mitherausgeber/innen Britta Hufeisen, Darmstadt, Jörg Roche, München, und mir) finden sich in der Ausgabe u.a. Beiträge zur Raumrepräsentation in Lehrwerken, zu Street Art, zum Raumhandeln und zur kognitiv-grammatischen Dimension räumlicher (Selbst-) Positionierungen.

Hier geht es zur  ZiF-Themenausgabe Raum und Fremdsprachenunterricht und zur Inhaltsübersicht. Alle Beiträge können als PDF kostenlos heruntergeladen werden.

Surveillance Cultures

In dieser Themenausgabe von on_culture, die ich zusammen mit Dr. Wibke Schniedermann (Gießen) herausgegeben habe, gehen wir auf die wachsende Besorgnis über fundamentale Eingriffe in das soziale und kulturelle Leben durch aktuelle Überwachungstechnologien ein.

Drängende Fragen

Die jüngeren Entwicklungen im Bereich der Überwachungstechnologien haben eine Menge Fragen hervorgebracht, die ganze Kulturen und Gesellschaften fundamental betreffen: Wie erfahren Gesellschaften und Individuen verschiedenen Formen der Überwachung oder realisieren diese selbst? Wie reagieren kulturelle Subjekte auf die Erfahrung der tatsächlichen oder imaginären Überwachung in verschiedenen Umgebungen, z.B. am Arbeitsplatz oder in den Innenstädten ebenso wie zu Hause oder online? Wie verändert die De-Materialisierung und De-Visualisierung von Überwachung soziokulturelle sowie materielle Realitäten, soziale und kommunikative Praktiken und damit individuelle Verhaltensweisen? Und wie können wir in der Kulturwissenschaft diese kulturell performative Kraft erfassen, wie können wir sie analysieren und konzeptualisieren, und inwieweit beeinflusst sie unsere Theoretisierung des Sozialen und der etablierten Vorstellungen von Kultur?

Zwei Surveillance Studies-Pioniere

Wir freuen uns besonders, für diese Themenausgabe zwei Pioniere auf diesem Gebiet gewonnen zu haben. David Lyon kann mit Fug und Recht als Gründervater der Surveillance Studies betrachtet werden. In seinem Essay „Exploring Surveillance Culture“ stellt er das gesamte Feld der Überwachungskulturen und deren Theorie systematisch dar. Dietmar Kammerer ist ein deutscher Pionier der Surveillance Studies. In seinem Essay geht er auf die Kernfrage jeder Untersuchung von Überwachungskulturen ein: „Warum sollten wir über Kultur reden, wenn wir „Überwachung“ verstehen wollen?“

Hier ist das Inhaltsverzeichnis der Themenausgabe Surveillance Cultures von on_culture. Alle Aufsätze stehen als kostenlose PDF-Downloads zur Verfügung.

Deutsch im mehrsprachigen Kontext

Im Mai erscheint ein Band für die Lehrer/innenbildung, der auf den gestiegenen und immer noch wachsenden Bedarf einer Unterrichtung von Schüler/innen nichtdeutscher Sprache im deutschsprachigen Bildungssystem antwortet. Er erscheint im Klett Kallmeyer Verlag unter dem Titel: Deutsch im mehrsprachigen Kontext. Sprachkompetenzen begreifen, erfassen, fördern in der Sekundarstufe. Der Titel weist auf zweierlei hin: Zum einen können wir nicht länger davon ausgehen, dass unsere kulturellen Umgebungen monolingual beschaffen sind. Die National- und Bildungssprache ist Teil einer multilingualen Umgebung, in der wir uns alle bewegen. Zum anderen aber ist Deutsch als Bildungssprache eine entscheidende Voraussetzung der gelingenden Teilhabe und der Bewegung in einem kulturellen Raum, der dem Individuum vielfältige sprachlich-kulturelle Optionen und soziale Anschlüsse ermöglicht.

Zusammen mit Ulrike Greiner (Salzburg) habe ich in diesem Band das Kapitel Sprachliche Bildung im 21. Jahrhundert: Von der Schriftsprachlichkeit zur Multiliteralität verfasst, das nach unserem Verständnis das Konzept des sprachlichen Lernens und der im Deutschunterricht zu erwerbenden Sprachen neu fasst. Die Digitalisierung und Diversifizierung der Kommunikation und der in den Gesellschaften des 21. Jahrhunderts verfügbaren und etablierten kommunikativen Praktiken erfordert eine Neubestimmung von Schriftlichkeit und Mündlichkeit und eine Konkretisierung der kulturell relevanten generischen Formen und Texttypen, die im Deutschunterricht für Menschen nicht-deutscher Sprache, aber auch im regulären Deutschunterricht ihren Platz haben müssen.

Andrea Ender, Ulrike Greiner, Margareta Strasser (Hrsg.) (2019). Deutsch im mehrsprachigen Kontext. Sprachkompetenzen begreifen, erfassen, fördern in der Sekundarstufe. Seelze: Klett Kallmeyer.

Mehr zu diesem Band erfahren Sie hier.

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