Neue Veröffentlichungen zur Digitalisierung (2020)

Die Digitalisierung wurde zwischen 2020 und heute häufig als Notlösung für den pandemiebedingten Distanzunterricht behandelt. Man darf aber hoffen, dass gerade in dieser Phase die Erkenntnis Raum gegriffen hat, dass die digitale Dimension jenseits der Pandemie eine grundlegend neue Auffassung von Sprache, Kommunikation und diskursiver Interaktion verlangt. Damit steht auch die Frage im Raum, ob unter fremdsprachlichen Kompetenzen weiterhin bloß die traditionellen vier skills verstanden werden können.

Die digitale Dimension des Fremdsprachenlernens

Beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Fremdsprachenforschung (DGFF) in Würzburg habe ich daher in der Sektion 6: „Spannungsfeld von Kompetenzen, Inhalten und Digitalisierung“ in einem Vortrag Überlegungen zur „Digitalisierung der fremdsprachigen Diskursfähigkeit“ angestellt. In dem Beitrag zum Kongressband mit dem Titel Sprachen, Kulturen, Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung (2020, hrsg. v. Maria Eisenmann & Jeanine Steinbock) sind meine Überlegungen und sehr konkreten Vorschläge dazu nun nachlesbar. In dem Beitrag geht es darum, dass es sich bei der digitalen Dimension des Fremdsprachenlernens nicht nur um eine mediale Variante des zuvor Analogen handelt. Dies muss gesagt werden, weil die Digitalisierung häufig genug unter der Überschrift einer (irgendwie gearteten) ‚Medienkompetenz‘ verhandelt wird. Tatsächlich haben sich in der großen Zahl der weltweit etablierten digitalen Umgebungen – Plattformen, Austauschforen, Kommunikationsdienste – neue Formen der sozialen Interaktion, neue digitale Genres und neue Formen des Wissens entstanden, denen neue Kompetenzziele für das Fremdsprachenlernen entsprechen müssen. Eine der drängendsten FRragen ist, wie junge Menschen lernen können, mit der riesigen Menge an Informationen und Orientierungen umgehen und wie sie sinnvoll in großen Textmengen navigieren können. Das ist eine Standardanforderung im Umgang mit digitalen Texten, weil online alle Texte hypertextuell mit anderen Texten und Materialien verknüpft sind, sodass sich das Textangebot unausweichlich vervielfacht.

Maria Eisenmann & Jeanine Steinbock (Hrsg) (2020). ) Sprachen, Kulturen, Identitäten: Umbrüche durch Digitalisierung. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren.

Digitaler Distanzunterricht

In der Runde der ständigen Herausgeber/innen von Der fremdprachliche Unterricht Englisch (FUE) ist 2020 das Heft Distanzunterricht: digitales Lernen konzipiert und erstellt worden. Darin finden sich u.a. Vorschläge zur Arbeit mit digitalen Plattformen (Alexander Hallet), zur Begleitung und zum Feedback beim Online-Lernen (Andreas Müller-Hartmann & Marleen Reuter), zur Literaturarbeit mit dem Padlet (Dirk Beyer) oder zur Arbeit mit der digitalen Ideenfindungsmethode Genius Hour (Jonas Jödecke & Michael Rogge). Ich habe einen Methodenbeitrag zu Konzipierung von komplexen Kompetenzaufgaben für den digtialen Unterricht beigesteuert. Zusammen mit Carola Surkamp und Karin Vogt habe ich den Basisartikel zum Heft verfasst, in dem wir die wichtigsten Aspekte des „Digitalen Englischlernens im Distanz- und Präsenzunterricht“ besprechen.

Das inhaltsverzeichnis zum Heft findet sich hier.

Wolfgang Hallet, Carola Surkamp & Karin Vogt (2020). Digitales Englischlernen im Distanz- und Präsenzunterricht. Der fremdsprachliche Unterricht Englisch 54, 167. 2-7.

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