Digitales Distanzlernen mit komplexen Aufgaben

Das Lernen auf Distanz erfordert eine Art des Lernens, die ohne permanente didaktische Steuerung, ohne kleinschrittige Anleitung und Kontrolle und ohne ständige Rückvergewisserung auskommt. Stattdessen müssen die Schüler/innen lernen, ihre Arbeits- und Lernprozesse in großer Eigenständigkeit zu organisieren und alle ihnen zur Verfügung stehenden Fähigkeiten und Kompetenzen zu aktivieren.

Distanzlernen mit komplexen Aufgaben

Diese strukturell bedingte Anlage des Lernens und Arbeitens auf Distanz kann jedoch nicht auf dem Wege des Appells oder des guten Willens erreicht werden. Vielmehr muss sie in der Form der gestellten Aufgabe grundgelegt werden. In deren Mittelpunkt muss ein Ziel- oder Arbeitsprodukt stehen, das auf dem Wege problemlösenden Denkens und Arbeitens angestrebt und realisiert wird. Komplexe Kompetenzaufgaben erfüllen diese Anforderung der Initiierung des herausforderungsreichen, auf individuelle Lösungen und Eigenständigkeit setzenden und auf ein klares Ziel ausgerichteten Arbeitens.

Aufgabenentwicklung mit digitalen Genres

In dem Video erkläre ich genauer, dass die komplexe Aufgabe ein geeignetes didaktisches Instrument ist, um erfolgreiches Lernen auf Distanz anzustoßen und zu ermöglichen, und zeige auch praktische Beispiele aus dem Unterricht. Diese sind nicht zufällig gewählt, sondern sie sind von Englischlehrer/innen in unserem Schul- und Unterrichtsentwicklungsprojekt „Leistung macht Schule/LemaS entwickelt worden. Die im Video angesprochenen blog posts sind am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg v.d.H., einer unserer LemaS-Schulen, entstanden und können hier eingesehen werden. Die Aufgabe zu den teen magazines haben Christine Hallaschka, Catharina Müller-Otto, Maren Radtke-Ragab, Judith Schäfer und Nina Sturm am Wilhelmsgymnasium in Kassel entwickelt.

Print teen magazines als Modelle, ein digitales teen magazine als Aufgabe

In LemaS erproben wir, ob und wie sich komplexe Aufgaben zur Begabungsförderung und zur Differenzierung eignen. So erkennt man, dass digitale Zielprodukte viel mehr sind als eine provisorische Lösung für die gegenwärtige Notlage: Sie sind Genres der Alltagskommunikation, die ständige Bestandteile des Fremdsprachenunterrichts sein müssen.

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