Neue Veröffentlichungen zum kulturellen Lernen (2020)

In jüngerer Zeit ist das kulturelle Lernen im Englischunterricht durch eine Pluralsierung und Diversifizierung geprägt. Diese Entwicklung ist überfällig, weil es sich über lange Zeit, freilich unter der Überschrift des interkulturellen Lernens, an recht traditionellen landeskundlichen Inhalten mit einem national geprägten Kulturbegriff und dort wieder an traditionellen anglophonen Räumen orientierte: Großbritannien und Irland, die USA und Australien. Auch diese Räume müssen ihren Platz haben, aber die Fixierung darauf verstellt auch den Blick auf wichtige kulturelle Entwicklungen in einem globalen Maßstab, die der Englischunterricht nicht ignorieren oder marginalisieren darf.

Cultural Studies: surveillance und ethnographisches Lernen

Bernd Lenz (Passau) und Jürgen Kramer gehören zu denen, die die Cultural Studies britischer Provenienz in Deutschland didaktisch und hochschuldidaktisch etabliert und zu beträchtlicher Wirksamkeit geführt haben, auch und vor allem in der Lehrerbildung. Nun haben sie einen hochschuldidaktischen Band herausgegeben, in dem „ideas, concepts, scenarios“ für das Unterrichten von Cultural Studies an der Hochschule versammelt sind. In einer großen Bandbreite werden hier zentrale Konzepte für den universitäten Unterricht vorgestellt: Class im Beitrag von Ellen Grünkemeier; Cultural Memory von Gabriele Linke; „Race, Ethnicity and Representation in Britain“ von Gerold Sedlmayer; „Festivals, Jubilees and Anniversaries“ von Bernd Lenz; „Myths of British Monarchy“ von Anette Pankratz und viele mehr. Die Grundidee ist, dass in den Beiträgen diese zentralen Konzepte mit der entsprechenden Forschung vorgestellt und mit Materialien und Szenarien versehen werden, sodass die Beiträge zur Realisierung in der Lehre anregen und Handreichungen dafür zur Verfügung stellen.

Jürgen Kramer & Bernd Lenz (Hrsg.) (2020). How to Do Cultural Studies: Ideas, Approaches, Scenarios. Würzburg: Königshausen & Neumann.

In meinem Beitrag zu dem Band stelle ich das Seminar zu Cultures of Surveillance mit dem Ansatz des ethnograpohsichen Forschens sowie die aktive Beteiligung von Studierenden als Forscher/innen an einer wissenschaftlichen Konferenz vor. Dieses Projekt habe ich in diesem Blog bereits in einem Post vorgestellt.

Wolfgang Hallet (2020). Surveillance Cultures: Theory, Ethnographic Research and Discourse Competence in the Foreign Language. In: Juergen Kramer & Bernard Lenz (eds.). How to do Cultural Studies: Ideas. Approaches, Scenarios. Würzburg: Königshausen & Neumann. 107-134.

West Africa

Außer Südafrika, das durch die Austragung der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2010 auch im Englischunterricht sehr präsent war, wurde der gesmante afrikanische Kontinent curricular beinahe vollständig ausgeblendet. Das hat sich nun zu einem kleineren Teil dadurch verändert, dass Nigeria in Nordrhein-Westfalen zum Abiturthema bestimmt wurde. Aber natürlich muss der Blickwinkel geöffnet und für den Englischunterricht auf alle kolonialen anglophonen Räume Afrikas geweitet werden. Dies ist der Hintergrund zu dem Themenheft West Africa von Der fremdsprachliche Unterricht Englisch, das ich 2020 herausgegeben habe. Im Basisartikel legen Andrea Rumme und ich die Dringlichkeit der Beschäftigung mit der kolonialen Geschichte Großbritanniens und der postkolonialen Verfassheit englischsprachiger afrikanischer Gegenwartsgesellschaften dar. Eine der Lehren aus dieser Geschichte: Es ist nicht einmal angemessen, sich den afrikanischen Gesellschaften mit europäischen Vorstellungen von nationalen Staaten zu nähern. Hier findet sich das Inhaltsverzeichnis mit Trailern zu den einzelnen Beiträgen:

Wolfgang Hallet (Hrsg.). West Africa. Ghana & Nigeria. Der fremdsprachliche Unterricht Englisch 54 (2020), 166.

Darin: Wolfgang Hallet & Andrea Rummel (2020). A multitude of stories. West African literatures and cultures im Englischunterricht, 2-9.

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